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Das Berichtsjahr war wie schon das Vorjahr geprägt von der Finanzkrise, die sich zur Wirtschaftskrise ausgeweitet hatte. Zu Beginn des Jahres verschlechterte sich die konjunkturelle Lage weiter. Der Auftragsbestand der Unternehmen lag auf dem tiefsten Niveau seit Jahrzehnten, und in der Industrie gab es kaum Lichtblicke. Die Stimmung blieb in den ersten Monaten gedrückt; immerhin führten die massiven Stimulierungspakete zu einer Beruhigung. Es blieb eine spürbare Unsicherheit bei der Kundschaft bestehen, und die Regulatoren reagierten auf die Krise mit nochmals verschärften Bestimmungen für die Finanzbranche.
In diesem Umfeld hat sich unser gelebtes Kantonalbankenmodell ausgezeichnet bewährt. Die nachhaltige und berechenbare Geschäftspolitik, die auf Sicherheit und langfristiges Wachstum ausgerichtet ist, zahlte sich aus. Die Kundenzufriedenheit erreichte neue Höchstwerte, die Basellandschaftliche Kantonalbank gewann weitere Kunden, und der Neugeldzufluss hielt an. 2009 wurde so zum operativ erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der Bank. An diesem Erfolg haben auch die Stakeholder Anteil: Die KBZ-Inhaber erhalten eine höhere Dividende, der Kanton profitiert von höheren Ausschüttungen, und im Hinblick auf eine Sanierung der Pensionskasse wurden weitere 60 Millionen Franken zurückgestellt.
Unsere Mitarbeitenden waren in diesem Jahr der Verunsicherung besonders gefordert. Sie hatten deutlich mehr Kundenfragen zu beantworten, und die Beratung wurde anspruchsvoller. Im Namen des Bankrats und der Geschäftsleitung danken wir allen Mitarbeitenden für die ausgezeichnete Arbeit und den hohen Einsatz, den sie geleistet haben. Und wir sind uns bewusst, dass unsere Mitarbeitenden mit der Migration der IT-Plattform im laufenden Geschäftsjahr zusätzliche Herausforderungen zu bewältigen haben.
Am 30.September 2010 wird Lukas Spiess, der seit 1991 den Geschäftsbereich Firmenkunden leitet, in Pension gehen. Sein Nachfolger wird Daniel Brändlin. Er ist 48 Jahre alt und kennt die KMU-Landschaft der Region aus seiner Tätigkeit als Finanzchef in zwei mittelständischen Unternehmen von innen. Daniel Brändlin ist ausgebildeter Nationalökonom und war während über zehn Jahren im Firmenkundengeschäft der Schweizerischen Bankgesellschaft/UBS tätig.
Die Kundinnen und Kunden geben der Basellandschaftlichen Kantonalbank Höchstnoten. Auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) liegt die Kundenzufriedenheit bei 4.6. Die Resultate der Kundenumfrage 2009 sind noch leicht besser als die der letzten Befragung vor zwei Jahren. Im Vergleich zu anderen Banken ist die Basellandschaftliche Kantonalbank aus Kundensicht die «bessere Bank». Und sie wird noch authentischer erlebt als bisher.
Auch im Wirtschaftsjahr 2009, das in der Schweiz durch eine spürbare Rezession geprägt war, blieb die Kreditpolitik der Basellandschaftlichen Kantonalbank unverändert. Die Bank ist auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten eine zuverlässige Partnerin für die Firmen der Region. Die Investitionstätigkeit der KMU ging aufgrund der unsicheren Zukunftsaussichten stark zurück. Auf der anderen Seite beteiligten wir uns selektiv an gesamtschweizerischen Konsortialkrediten, die einzelnen börsenkotierten Firmen eine angemessene Refinanzierung erlauben.
Die Analyse und die Neupositionierung der Marke Basellandschaftliche Kantonalbank wurden im Berichtsjahr abgeschlossen. Die Kantonalbank bietet als die Universalbank im Kanton eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen für Firmen und Private. Diese breite Kompetenz ist verbunden mit einer starken Verankerung im Kanton. Der Name ist Teil der lokalen Identität. Die Basellandschaftliche Kantonalbank ist ein Stück Heimat für viele Kundinnen und Kunden – als engagierte Begleiterin aller Lebensabschnitte, als persönliche Betreuerin unterschiedlicher Bedürfnisse.
Der Anspruch, engagierte Begleiterin der Kundschaft zu sein, mündet in der Positionierung «Mein Sparring Partner». Sie bringt den Mehrwert zum Ausdruck, den die Bank bietet: Sie kennt und bestätigt ihre Partner nicht nur, sondern fordert heraus, inspiriert und motiviert. Kunden und Mitarbeitende erleben, dass sie die richtige Wahl getroffen haben. Diese Gewissheit gibt Sicherheit und Befriedigung, die Freude machen: das gute Gefühl, den richtigen Partner gefunden zu haben.
Auf den 31.August 2009 verkaufte die Basellandschaftliche Kantonalbank ihre Tochter AAM Privatbank an die Basler Kantonalbank. Im Anlagegeschäft und im Private Banking wollen wir auf unsere eigenen Stärken setzen. Sicher werden wir hier von unserer starken Marke, unserer hohen Beratungsqualität und unserer Kundennähe profitieren. Zusätzlich werden wir neue Felder im Markt bearbeiten, wenn sich die Chance dazu bietet und sie zu unserer Strategie sowie zu unserem Geschäftsmodell passen. Mit dem Verkauf der AAM Privatbank entfällt auch die Konzernberichterstattung. Der vorliegende Geschäftsbericht basiert auf dem Stammhausabschluss nach dem «true and fair»-Prinzip. Um die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr zu gewährleisten, werden die Vorjahresszahlen entsprechend auf Stammhausebene true and fair dargestellt.
Die Basellandschaftliche Kantonalbank und die Basler Kantonalbank haben ihre Beteiligung an der Sourcag von je 50% auf je 20% reduziert. Die Aktienmehrheit wurde an die Swisscom IT Services verkauft – eine konsequente Umsetzung der Konzentration auf das Kerngeschäft.
Die Sourcag wickelt heute mit ihren 200 Mitarbeitenden für verschiedene Banken den Zahlungsverkehr und das Wertschriftengeschäft ab und erbringt Dienstleistungen im IT-Bereich. Für die Ausdehnung ihres Marktanteils war es aber hinderlich, dass sie den beiden grössten Kunden gehörte. Ein Eigentümer ausserhalb der Bankenwelt, der über ein hohes Know-how in den gewünschten Dienstleistungen verfügt, bietet hier bessere Chancen. Diese Anforderungen erfüllt die Swisscom IT Services mit ihrer Tochter Comit AG optimal. Zusammen mit der BLKB und der BKB kann die «neue» Sourcag ein Know-how anbieten, das auf diesem Markt richtungweisend ist.
Für das Jahr 2010 rechnen wir vorerst mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung, gehen aber davon aus, dass das Wirtschaftswachstum gegen Ende 2010 wieder an Kraft verliert, da dann die geld- und fiskalpolitischen Stimuli allmählich auslaufen.
Für unsere Bank gehen wir von einem weiteren nachhaltigen Wachstum aus. Dabei profitieren wir auch davon, dass wir unsere Geschäftstätigkeit in einer wirtschaftlich privilegierten Region mit gesunden KMU und einem guten Industriemix mit einem hohen Anteil an Life-Science-Unternehmen ausüben. Wir sind zuversichtlich, dass wir vor allem im Anlage- und im Firmenkundengeschäft weitere Fortschritte erzielen und damit unsere Position als Nummer 1 in unserem Geschäftsgebiet stärken können.
Wilhelm Hansen
Bankpräsident
Dr. Beat Oberlin
Präsident der Geschäftsleitung